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Als DJ (auch DeeJay,
ausgesprochen 'diedschäij', von englisch disc
jockey; auf deutsch auch: DeJot) oder
Plattenaufleger wird jemand bezeichnet, der
verschiedene Schallplatten oder CDs in einer
individuellen Auswahl vor Publikum abspielt.
Weibliche DJs werden oft DJane oder sheDJ
genannt um zu betonen, dass es sich um eine Frau
handelt. (Trotz gleicher Aussprache und
Etymologie unterscheidet sich vom DJ der
(jamaikanische) Deejay.)
Allgemeines
Aufgaben
Die Aufgaben eines DJ sind vielfältig und
unterscheiden sich je nach Musikgenre und
Arbeitsstelle erheblich. Da ist einerseits der
klassische Pop-DJ, wie man ihn aus Radio und
Discos kennt. Er verdient oft seinen
Lebensunterhalt mit dieser Tätigkeit und spielt
Musik je nach Geschmack des Publikums aus einem
breiten Spektrum von Genres und kennt im
Idealfall die Charts der letzten Jahre.
Pop-DJ
Die Hauptaufgabe des Pop-DJ ist es, dem
Publikum angenehme Musik zu servieren und es gut
zu unterhalten. Daher legt er großen Wert
darauf, eine ausgewogene Mischung beliebter
Musik zu servieren und zu jeder Platte eine
möglichst 'passende' Folgeplatte zu finden, die
sein Programm interessant hält. Technisch
gesehen beschränkt sich dieser DJ darauf,
rechtzeitig die nächste Platte parat zu haben
und einen fließenden Übergang zu dieser
hinzubekommen.
DJs von speziellen Musikrichtungen
Einen anderen Typ DJ findet man auf Techno-,
House-, Goa- oder Junglepartys: Er ist
Spezialist für einen bestimmten Musikstil. Die
Musik die er spielt ist monoton und wirkt bei
hoher Lautstärke rauschinduzierend. Er kennt
alle wichtigen Produzenten 'seiner' Musik, weiß
unter welchen Pseudonymen sie für welches Label
welche Tracks gemacht haben und hört sich
wöchentlich alle Neuerscheinungen im
Plattenladen an oder bestellt auch gleich auf
Verdacht übers Netz. Bekannte DJs werden auch
von den Produzenten direkt mit einem Dubplate
versorgt.
Dieser DJ zielt darauf ab, die hypnotische
Wirkung seiner Musik durch seine Auflegetechnik
zu maximieren und natürlich auch bestehende
Rauschzustände zu intensivieren. Dazu verwendet
er das Beatmatching, um alle seine Platten in
der selben Geschwindigkeit abzuspielen und nimmt
sich viel Zeit, um mit Hilfe des Crossfaders und
vor allem auch der Equalizer seines Mixers zu
verschleiern, welche Teile der zu hörenden Musik
von welcher Platte stammen. Goa-DJs traten in
den frühen Zeiten sogar einfach mit zwei
DAT-Geräten auf, die jeweils vierstündige am
Computer vorbereitete Mixe abspielten. Heute
jedoch mixen DJs im Bereich der elektronischen
Musik hauptsächlich mit Plattenspielern, im
Fachjargon auch Turntables genannt. Diese sind
üblicherweise mit einem Direktantrieb
ausgestattet, da ein Riemenantrieb durch das
Ausleiern der beanspruchten Riemen und durch die
hohen Gleichlaufschwankungen das Angleichen der
Tracks erschwert. Als Referenz werden immer noch
die seit den 70er-Jahren produzierten Turntables
von Technics angesehen, die wegen ihrer
Haltbarkeit und der hohen Qualität bei DJs sehr
beliebt sind.
DJs des Turntablism und Hip Hop
Wieder ein völlig anderer Typus von DJ ist
vor allem im Umfeld des Hip Hop und besonders
des Turntablism zu finden – die Grenzen sind
fließend. Hier wird das Auflegen vor allem als
kreatives Ausdrucksmittel angesehen und viel
Wert auf technische Beherrschung des Instruments
Plattenspieler gelegt. Besonders Beatjuggling
und Scratching stehen hoch im Kurs. Das DJing
ist ein zentraler Bestandteil der Hip
Hop-Kultur
Ein wichtiger Faktor der Motivation der DJs
in diesem Bereich ist die Competition,
der Wettbewerb untereinander. Jeder will besser
oder auch berühmter werden als der Andere. Auf
so genannten DJ-Battles treffen sich DJs,
um unter den Augen einer Jury ihr Können zu
beweisen. Eine rege Szene beschäftigt sich
damit, selbst aufgenommene Mixes, Cuts und
Scratches als MP3s über das Netz auszutauschen
und sich untereinander zu messen.
Werkzeuge
Die wichtigsten Werkzeuge des DJ sind seine
Plattenspieler oder auch CD-Player und sein
Mischpult, hier auch gerne 'Mixer' genannt.
Kultstatus hat dabei der Plattenspieler 1210
(MK-II) des Herstellers Technics erlangt,
da er sehr stabil gebaut ist und eine niedrige
Defektanfälligkeit besitzt. Wie alle
Plattenspieler für den DJ-Bereich ist er
pitchbar (d.h. die Geschwindigkeit ist stufenlos
verstellbar) und durch seinen kräftig
motorisierten Direktantrieb in der Lage, eine
abgebremste Platten in kurzer Zeit wieder auf
die eingestellte Geschwindigkeit zu
beschleunigen. Diese Eigenschaften sind für
einen professionellen DJ unentbehrlich.
"Moderne" Medien wie CD, MiniDisk oder der PC
werden immer mehr im DJing eingesetzt. Dazu gibt
es Software, die sich über Adapter und andere
Systeme auch mit Plattenspielern benutzen
lassen. Final Scratch ist ein wichtiger
Vertreter. Die DJ Equipment Produzenten
entwickeln auch verstärkt an CD-Playern, die
immer mehr die Eigenschaften von Plattenspielern
teilen. So gibt es inzwischen scratchfähige
CD-Player wie den Vestax CDX-05, der z.B. einen
Vinyl-Filter enthält mit dem CDs wie alte
Platten klingen sollen.
Bekannte DJs
Tiesto, Paul van Dyk, Sven Väth, Westbam, DJ
Hype, Grandmaster Flash, Kool DJ Herc, DJ Krush,
DJ Shadow, DJ QBert, X-Ecutioners, ......
Siehe auch:
DJs und DJanes
Geschichte
DJs im Rundfunk
Die Entwicklung der DJ-Kultur nahm ihren Anfang
mit dem Aufkommen von Musiksendungen im
Rundfunk. Einer der bedeutendsten Pioniere war
der Amerikaner Alan Freed, der als
erfolgreichster DJ der Rock'n'Roll-Ära gilt und
den Begriff selbst entscheidend mitgeprägt hat.
Deutschlands erste DJs waren z.B. Günter
Discher, und der Engländer Chris Howland: Dieser
legte einmal die Woche im Radio auf und ist auch
heute noch mit seinem Spitznamen, Mr.
Pumpernickel, deutschlandweit bekannt. In den
1950er Jahren erklang seine Erkennungsmelodie „Melody
Fair“ von Robert Farmon aus dem UKW-Studio des
WDR. Millionen Menschen saßen vor dem
Radio und lauschten dieser beliebten
Sendung, in der locker geplaudert wurde und
hemdärmelig das gewisse Etwas auf den Hörer
übersprang. Chris Howland war auch derjenige,
der in seiner natürlichen Art als Vorreiter in
einem deutschen Sender galt. Hunderte
Funk-Disc-Jockeys folgten ihm im Laufe der
Jahre.
Die damals „Großen“ mit Rundfunk- und
Fernsehkarriere waren Camillo Felgen, Chris
Howland, Dieter Thomas Heck, und in den
folgenden Jahren Frank Laufenberg. Der wohl
weltweit bekannteste und einflussreichste
Radio-DJ war der Brite John Peel.
Heute werden DJs im Rundfunk meist
Moderatoren genannt. In einigen Sendungen
beschränkt sich deren Arbeit inzwischen nur noch
auf die Ansagen, während ein anderer Techniker
von einem Computer aus die Musikauswahl
bestimmt.
DJs in Diskotheken
Der Aachener Klaus Quirini war dagegen
weltweit der erste Disc-Jockey in einer
Discothek, dem Scotch Club. Er war auch der
„Motor“ in der Anfangszeit dieser Bewegung und
machte mit seinen Verbänden der Disc-Jockey und
Discotheken-Unternehmer die Tanzbetriebe mit der
Schallplatte rund um den Erdball
gesellschaftsfähig. Die Discotheken in Europa
und später auch in anderen Teilen der Welt
wurden Kopien seiner Initiative. Anfänglich
wurden sie bekämpft, da die Live-Musiker, die
davor die Beschallung in Tanzlokalen übernommen
hatten, um ihre Einkünfte fürchteten.
Zahlreiche Disc-Jockeys der Anfangszeit
verlagerten sich später in andere
Medienbranchen.
Waren früher oft die Tonträger Eigentum der
Diskothek, so sind diese heute meist Eigentum
des DJs.
Die Revolution der 1970er Jahre
In den 1970er Jahren, mit Aufkommen der
Disco-Music in den USA, verändeten sich bald die
Techniken der DJs. Statt der Ansagen wurden
rhythmische Elemente bestimmend, es entstanden
die ersten Club-Mixe, die verlängerte Versionen
der Songs waren. Die DJs begannen, die Beats der
verschiedenen Songs mit der selben
Geschwindigkeit, also kaum merklich,
ineinanderzumixen, was in der Szene der
Elektronischen Tanzmusik bis heute Usus ist.
Auch die Kultur des Hip Hop hatte einen
großen Einfluss auf diesen Wandel. Die
Plattenspieler verwandelten sich vom bloßen
Abspielgerät zum Musikinstrument, der
Backspin und das Scratching
entwickelten sich zu neuen Möglichkeiten in der
DJ-Technik, die maßgeblich die neuen
Musikrichtungen beeinflussten. Der Backspin bot
z.B. die Möglichkeit, eine einzige rhythmische
Passage unendlich oft zu wiederholen, so dass
Plattenspieler als günstige Alternative zu
Samplern eingesetzt werden konnten.
Technik
- Beatmatching - das Synchronisieren zweier
Platten
- Beatjuggling - die Benutzung einer Platte
als Rhythmuseinheit
- Scratching - die Benutzung einer Platte
als Solo-Instrument
- Backspinning - das Zurückziehen oder
-drehen einer Platte
Musikrichtungen bei denen DJs eine zentrale
Rolle spielen
- Hip Hop
- Techno
- Trance
- House
- Gabber
- Drum and Bass
- Dancehall
- Ragga
- Dub
- Breakbeats
- Electro
- Hardstyle
Literatur
- Niemczyk, Ralf / Schmidt, Torsten: Das
DJ Handbuch, zweite Auflage, Kiepenheuer &
Witsch, Köln 2000. (= KiWi 573).
- Poschardt, Ulf: DJ Culture. Diskjockeys
und Popkultur, überarbeitete und
erweiterte Neuausgabe, Rowohlt
Taschenbuch,Reinbek bei Hamburg 1997.
- Brewster, Bill / Broughton, Frank: Last
Night a DJ Saved My Life. The History of the
Disc Jockey, Grove Press 2000.
- Brewster, Bill / Broughton, Frank: How
to DJ Right. The Art and Science of Playing
Records, Grove Press 2003.
- Webber, Stephen: Turntable Technique.
The Art of the DJ, Hal Leonard 2000.
Web-Links
hier finden sie :
DJ und DJanes nach PLZ geordnet
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